Das Konzert „Jazz auf dem Betonschiff” ist ein ausschließlich kulturelles Projekt, außergewöhnlich innovativ, passt sich ideal in die Promotions- und Kulturpolitik der Euroregion Pomerania und ist bewusstes Handeln im Rahmen der Aktivitäten zur Europäischen Kulturhauptstadt 2016, um dessen Titel sich Stettin bewirbt und damit deutlich seine Grenzenlosigkeit unterstreicht. Das Konzert ist ebenso ein außergewöhnlich wichtiges Handeln in Bezug auf den deutsch-polnischen Dialog, da es an einem für beide Länder besonderen und symbolischen Ort stattfindet.
Die „Ulrich Finsterwalder” ist das einzige Betonschiff, welches bis heute auf polnischem Boden überdauert hat. Sein Rumpf befindet sich auf dem Dąbie-See in der Gegend von Inoujście. Bis jetzt ist das Betonschiff, trotz aller Bemühungen, eine nicht genutzte Touristenattraktion der Stadt geblieben. Dank des Konzerts wird sie zu einer einmaligen Kulturszenerie – der einzigen dieser Art in Polen. Im Sinne der Politik "Floating Garden" – der Integration der Stadt mit dem Wasser, sich ihm anzunähern und die positiven Eigenschaften zu nutzen – entspricht der Auftritt von außerordentlichen Künstlern auf dem See vollständig dieser Idee.
Antoni Gralak wird seit Jahren als einer der größten Musiker des Landes angesehen. Sein Name verweist auf legendäre Formationen wie Free Cooperation, Young Power sowie eher dem Rock nahen Gruppen wie Sfora und Woo Boo Doo bis hin zur misdroyer Formation Universal Supersession.
Dariusz Makaruk ist Musiker, Produzent, Programmist, Kulturanimator, Ausführender von live electronics und Gründer von mit der unabhängigen polnischen Szene verbundenen, audiovisuellen Installationen. Die Mitinitiatoren der Projekte zählen zur Avantgarde unter anderem einem speziellen elektroakustischen Projekt von Michał Urbaniak sowie einer Film- und Konzertperformance mit Teilnahme von Mariusz Wilczyński, Tomasz Stańko und Włodzimierz Kiniorski (mit welchem er seit 2002 gemeinsam das Duo Kinior & Makaruk darstellt). Er arbeitet ausserdem mit den Choreografen Naoko Maeshiba, Tymonem Tymańskim sowie mit dem Meister des rauhen Gesangs, Gendos.
Die MS „Joanna” nimmt 150 Passagiere mit, welche während der Fahrt eine Legender der Berliner Szene zu hören bekommen – Dj Mitch. Mitch ist ein hervorragender Auswahltrainer, ein Mensch der die Musik atmet. Wie er selbst sagt, liebt er sämtliche Varianten guter Musik und seine große Liebe ist das amerikanische DeepHouse. Mitch ist nicht nur als DJ bekannt, sondern auch als Inhaber eines der größten Musikgeschäfte – dem Melting Point. Der Ort in der Kastanienallee in Berlin ist nicht nur ein Punkt, in welchem man eine große Auswahl an Platten bekommen kann, sondern auch Treffpunkt vieler Musiker. Interessant ist, dass man bei ihm jeden Mittwoch solche Stars wie Steve Bug, Dixon, M. Landsky, Daniel Wang, Alex Barck (Jazzanova) und viele andere charakteristische Gesichter treffen kann. Jedes Jahr ist er neben europäischen und weltweiten Stars der elektronischen Musik gern gesehener Gast auf dem Festival Melt Open Air. Er trat unter anderem an der Seite von Modaji, Dj Deep, King Britt, Eric Rough und At Jazz auf. Seine musikalische Vorlieben sind Classic und Deep House. Er ist leidenschaftlicher Sammler von Schallplatten, von welchen er etwa 25.000 Stück besitzt.
Auf der MS „Dziewanna” spielen die Vertreter des Stettiner Klubs City Hall – Dj Mario (die andere Hälfte des Kollektivs Family Groove) sowie Dj Benn The Ball. Beide Musiker kann man während ihrer gemeinsamen Partys des Zyklus „You and Me“ hören. Die Faszination der Musik und mehrjährige Erfahrung sowie die Passion, mit welcher sie ihr Fach betreiben, bewirkt, dass ihre Sets eine explosionsartige Mischung verschiedener Richtungen darstellen, in welchen unter anderem Disco, Soul und Funk einfließen. Die MS „Dziewanna” nimmt auf ihre Fahrt 110 Passagiere mit.
Der deutsche Dampfschlepper „Andreas” nimmt 60 Passagiere mit. „Andreas” wurde im Jahr 1944 gebaut, seit Juli 1950 wird er auf der Elbe, der Saale und der Havel eingesetzt. Seit 1971 hat der Schlepper seinen Platz in Berlin in der Rummelsburger Bucht, wo er Büroraume eines Betriebs elektronische Bauteile in Treptow mit Dampf beheizt. Dank dieser Funktion wurde er vor der Verschrottung gerettet. Im September 1991 übernahm den Dampfer die heutige Berlin-Brandenburgische Schifffahrtsgesellschaft. „Andreas“ ist der größte in Deutschland genutzte und mit Kohle betriebene Dampfschlepper sowie der am meisten Boote ziehende Schlepper, welchen Berlin je gesehen hat – 10 gezogene Boote brachten ihm den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde.
Das über hundertjährige, motorisierte Passagierschiff „Eintracht” nimmt 20 Passagiere mit. Das Schiff wurde im Jahr 1906 gebaut und erhielt den Namen „Richard“. Es leistete seine Arbeit auf den östlichen Gewässern Berlins, in Löcknitz, auf der alten Spree und auf dem Rüdersdorfer Gewässer. Im Jahr 1935 wechselte es den Besitzer und seinen Namen in „Eintracht“. Seit 1950 wurde er als wichtiges Transportmittel genutzt und mit der Zeit mehr und mehr als Passagierschiff. Im Augenblick gehört er zur Berlin-Brandenburger Schifffahrtsgesellschaft und schwimmt oft auf der Spree und dem Landwehrkanal sowie auf anderen Gewässern Berlins und Brandenburgs.
Das letzte der historischen Schiffe, welches Passagiere zu dem Konzert „Jazz auf dem Betonschiff” bringen wird, ist der im Jahre 1896 in Stettin gebaute Motorschlepper „Volldampf”. Er kann 25 Passagier aufnehmen.Die historischen Schiffe legen am Nabrzeże Celne an (gegenüber dem Bulwar Piastowski). Die Decks sind ab 20:00 Uhr zugänglich, die Abfahrt zum Betonschiff findet genau eine Stunde später statt.
Das Konzert „Jazz auf dem Betonschiff” beginnt um 23:00 Uhr. Die Rückkehr der Passagierschiffe ist um 2:00 Uhr morgens geplant. Die Kosten für den Transport betragen 40 Zloty (10 Euro) für alle Schiffe. Die Tickets für den Transport kann man im Festivalbüro „Boogie Brain” in der Fussgängerzone Bogusława 48 in Stettin erwerben, in Deutschland werden die Tickets in lokalen Informationspunkten im Raum der Euroregion Pomerania erhältlich sein. Zusätzliche Informationen kann man, eine e-mail mit der Frage an betonowiec@boogiebrainfestival.pl schickend, erhalten. Copyright © 2009 - All rights reserved