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jazz auf dem betonshiff

11.07.2009 (Samstag)

Antoni Gralak – einer der größten und talentiertesten Musiker Polens, wird im Rahmen des auf dem Betonschiff „Ulrich Finsterwalder” stattfindenden Jazzkonzerts, dem einzigen seiner Art, auftreten. Speziell für diesen Anlass bereitet er eine neues musikalisches Projekt vor, welches dem Publikum auf dem im Rahmen des internationalen Musikfestival „Boogie Brain“ organisierten Konzert „Jazz auf dem Betonschiff“, am 11. Juni um 23:00, präsentiert wird. Gralak hat Dariusz Makaruk zur Zusammenarbeit eingeladen – Musiker, Produzent, Ausführender von live electronics, Gründer von mit der unabhängigen polnischen Szene verbundenen, audiovisuellen Installationen. Als Ergebnis ihrer Arbeit bekommen wir einen unkonventionellen Drum and Bass mit einem buddhistischen Hauch zu hören – einer Musik mit deutlicher geistlicher Botschaft, irgendwo zwischen roher Elektronik, Rock und Jazz angesiedelt, voller ethnischer Harmonie mit Wurzeln in Südost-Asien.

Betonowiec Das Konzert „Jazz auf dem Betonschiff” ist ein ausschließlich kulturelles Projekt, außergewöhnlich innovativ, passt sich ideal in die Promotions- und Kulturpolitik der Euroregion Pomerania und ist bewusstes Handeln im Rahmen der Aktivitäten zur Europäischen Kulturhauptstadt 2016, um dessen Titel sich Stettin bewirbt und damit deutlich seine Grenzenlosigkeit unterstreicht.  Das Konzert ist ebenso ein außergewöhnlich wichtiges Handeln in Bezug auf den deutsch-polnischen Dialog, da es an einem für beide Länder besonderen und symbolischen Ort stattfindet.

Die gemeinsame Teilnahme von Deutschen und Polen an diesem ungewöhnlichen kulturellen Projekt, in der wunderschönen Szenerie des Sees Dąbie (Dammscher See), wird ein Zeugnis für das Brechen der übrigen Barrieren sowie den Bau von  Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden, ganz im Sinne des Vorsatzes „cultura pro bono“. Das Integrationsziel des Projektes wird mit sehr ungewöhnlichen, aber gleichzeitig sehr wirksamen Methoden erreicht:
Deutsche und polnische Boote  mit gemischter Besatzung, ein deutsch-polnisches Publikum auf den Passagierschiffen, auf welchen sich während der Fahrt (etwa 4 Stunden in beide Richtungen) deutsche und polnische Dj’s präsentieren werden,  internationale Begegnungen durch Einsatz solch guter Kommunikatoren wie den Passionen zum Segeln und zur Musik. Das Konzert findet im Rahmen der Odertage 2009 statt. Die Teilnahme an dem Konzert ist kostenlos, lediglich für den Transport von Stettin bis zu dem Betonschiff fällt ein Fahrgeld an.

Betonowiec Die „Ulrich Finsterwalder” ist das einzige Betonschiff, welches bis heute auf polnischem Boden überdauert hat. Sein Rumpf befindet sich auf dem Dąbie-See in der Gegend von Inoujście. Bis jetzt ist das Betonschiff, trotz aller Bemühungen, eine nicht genutzte Touristenattraktion der Stadt geblieben. Dank des Konzerts wird sie zu einer einmaligen Kulturszenerie – der einzigen dieser Art in Polen.  Im Sinne der Politik "Floating Garden" – der Integration der Stadt mit dem Wasser, sich ihm anzunähern und die positiven Eigenschaften zu nutzen – entspricht der Auftritt von außerordentlichen Künstlern auf dem See vollständig dieser Idee.

Antoni Gralak Antoni Gralak wird seit Jahren als einer der größten Musiker des Landes angesehen. Sein Name verweist auf legendäre Formationen wie Free Cooperation, Young Power sowie eher dem Rock nahen Gruppen wie Sfora und Woo Boo Doo bis hin zur misdroyer Formation Universal Supersession.
Bekannt ist er als Mitbegründer der Jazz-Rock-Formation Tie Break. Trotz des Erfolges von Tie Break entschied er sich für eine Solokarriere.  Er führt zwei Autorenprojekte: GRAAL und YeShe. Seine Platten, insbesondere GRAAL, gehört es dem Stil zuzuordnen, welchen man grob vereinfacht als Free Jazz bezeichnen kann. Das Projekt mit dem Namen YeShe ist ein Versuch, Drum’n Bass-Musik, welche man bisher hauptsächlich mit der Klubkultur in Verbindung gebracht hat, auf eine eher traditionellere Art zu präsentieren.  Im Jahr 1999 gründete er die Werkstatt Jasnachmura (im Augenblick eine die Kultur unterstützende Stiftung), wo multimediale und filmische Projekte, Konzerte und Festivals realisiert werden. Er ist außerdem Komponist für Film- und Theatermusik.
Antoni Gralak hat mit vielen Künstlern zusammengearbeitet und aufgenommen, u.a.: Twinkle Brothers, Rap, Voo Voo, Automatik, Stanisław Soyka, Justyna Steczkowska, Jass Tri, Universal Supersession, Wilki, der Gruppe Raz Dwa Trzy, Nick Cave, Dee Dee Bridgewater, Andrzej Smolik, Masala Sound System, Tymanski Yass Ensemble, Plastic Bag, Homo Twist.

Dariusz Makaruk Dariusz Makaruk ist Musiker, Produzent, Programmist, Kulturanimator, Ausführender von live electronics und Gründer von mit der unabhängigen polnischen Szene verbundenen, audiovisuellen Installationen. Die Mitinitiatoren der Projekte zählen zur Avantgarde unter anderem einem speziellen elektroakustischen Projekt von Michał Urbaniak sowie einer Film- und Konzertperformance mit Teilnahme von Mariusz Wilczyński, Tomasz Stańko und Włodzimierz Kiniorski (mit welchem er seit 2002 gemeinsam das Duo Kinior & Makaruk darstellt). Er arbeitet ausserdem mit den Choreografen Naoko Maeshiba, Tymonem Tymańskim sowie mit dem Meister des rauhen Gesangs, Gendos.
Er tritt auch solo, unter Gebrauch seiner sensorischen, den Ton und das Video mit Hilfe des Lichts steuernden Instalation, auf.  Er arbeitet mit dem Theater Polonia und dem Theater Mabel Ovtobre (Frankreich) bei der Schaffung von szenischen, interaktiven, an eigene Autorenprogramme angelehnten, Systemen, zusammen.

Dieses innovative Projekt braucht eine ungewöhnliche Idee um mit ihm zu seinen Abnehmern zu gelangen. Um den Auftretenden eine bis dahin nicht da gewesene Atmosphäre  zu bieten, werden das Publikum des Konzertes „Jazz auf dem Betonschiff“ nur Leute darstellen, die mit Hilfe von Wassertransportmitteln dorthin gelangen. Mitglieder von Segelvereinen in Polen und Deutschland werden sicherlich von der Möglichkeit gebrauch machen, ihre Passion, den Umgang mit dem Wasser, mit einem auf dem Dąbie-See stattfindenden kulturellen Ereignis zu verbinden, insbesondere, weil sich Dąbie und seine umgebenden Wasserwege immer größerer Beliebtheit bei Seglern erfreuen.

Für alle Interessierten, welche nicht die Möglichkeit haben mit eigenen Mitteln zum Betonschiff zu gelangen, wurden Passagierschiffe vorbereitet, welche von Stettin schwimmend, nach zweistündiger Fahrt zum Betonschiff gelangen. Den Teilnehmern des Konzertes wird die Wahl des Schiffes überlassen; die Kosten des Transports beragen in jedem Fall 40 Zloty. Zur Auswahl stehen polnische Schiffe (MS Joanna und MS Dziewanna), auf welchen Projekte polnischer und deutscher Dj’s präsentiert werden, sowie historische Schiffe, welche zu den „Odertagen 2009” in Stettin sein werden.

DJ Mitch Die MS „Joanna” nimmt 150 Passagiere mit, welche während der Fahrt eine Legender der Berliner Szene zu hören bekommen – Dj Mitch. Mitch ist ein hervorragender Auswahltrainer, ein Mensch der die Musik atmet.  Wie er selbst sagt, liebt er sämtliche Varianten guter Musik und seine große Liebe ist das amerikanische DeepHouse. Mitch ist nicht nur als DJ bekannt, sondern auch als Inhaber eines der größten Musikgeschäfte – dem Melting Point. Der Ort in der  Kastanienallee in Berlin ist nicht nur ein Punkt, in welchem man eine große Auswahl an Platten bekommen kann, sondern auch Treffpunkt vieler Musiker. Interessant ist, dass man bei ihm jeden Mittwoch solche Stars wie Steve Bug, Dixon, M. Landsky, Daniel Wang, Alex Barck (Jazzanova) und viele andere charakteristische Gesichter treffen kann. Jedes Jahr ist er neben europäischen und weltweiten Stars der elektronischen Musik gern gesehener Gast auf dem Festival  Melt Open Air. Er trat unter anderem an der Seite von Modaji, Dj Deep, King Britt, Eric Rough und At Jazz auf. Seine musikalische Vorlieben sind Classic und Deep House. Er ist leidenschaftlicher Sammler von Schallplatten, von welchen er etwa 25.000 Stück besitzt.

Während der Schifffahrt wird ihm Dj Jazzmix aus dem Kollektiv der Family Groove zur Seite stehen. In seinen unnachahmlichen Sets verbindet er die Sounds von Disco, Soul und Funk mit modernem Klang des nu-azz, Deep House sowie Elektro House. Seinen Stil kann man als sich durchdringende Collagen klassischer sowie moderner, organischer Klänge beschreiben.

dj Mario  & dj Benn The Ball Auf der MS „Dziewanna” spielen die Vertreter des Stettiner Klubs City Hall – Dj Mario (die andere Hälfte des Kollektivs Family Groove) sowie Dj Benn The Ball. Beide Musiker kann man während ihrer gemeinsamen Partys des Zyklus „You and Me“ hören. Die Faszination der Musik und mehrjährige Erfahrung sowie die Passion, mit welcher sie  ihr Fach betreiben, bewirkt, dass ihre Sets eine explosionsartige Mischung verschiedener Richtungen darstellen, in welchen unter anderem Disco, Soul und Funk einfließen. Die MS „Dziewanna” nimmt auf ihre Fahrt 110 Passagiere mit.

Die polnischen Schiffe werden am Bulwar Piastowski (zwischen dem Most Długi  und der Trasa Zamkowa, am linken Oderufer, anlegen – auf der Seite des Schlosses der Pommerschen Herzöge). Das Deck wir schon um 20:00 Uhr zugänglich sein, die Abfahrt findet um 21:00 Uhr statt.

Andreas Der deutsche Dampfschlepper „Andreas” nimmt 60 Passagiere mit. „Andreas” wurde im Jahr 1944 gebaut, seit Juli 1950 wird er auf der Elbe, der Saale und der Havel eingesetzt. Seit 1971 hat der Schlepper seinen Platz in Berlin in der Rummelsburger Bucht, wo er Büroraume eines Betriebs elektronische Bauteile in Treptow mit Dampf beheizt. Dank dieser Funktion wurde er vor der Verschrottung gerettet. Im September 1991 übernahm den Dampfer die heutige Berlin-Brandenburgische Schifffahrtsgesellschaft. „Andreas“ ist der größte in Deutschland genutzte und mit Kohle betriebene Dampfschlepper sowie der am meisten Boote ziehende Schlepper, welchen Berlin je gesehen hat – 10 gezogene Boote brachten ihm den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde.

Eintracht Das über hundertjährige, motorisierte Passagierschiff „Eintracht”  nimmt 20 Passagiere mit. Das Schiff wurde im Jahr 1906 gebaut und erhielt den Namen „Richard“. Es leistete seine Arbeit auf den östlichen Gewässern Berlins, in Löcknitz, auf der alten Spree und auf dem Rüdersdorfer Gewässer. Im Jahr 1935 wechselte es den Besitzer und seinen Namen in „Eintracht“. Seit 1950 wurde er als wichtiges Transportmittel genutzt und mit der Zeit mehr und mehr als Passagierschiff. Im Augenblick gehört er zur Berlin-Brandenburger Schifffahrtsgesellschaft und schwimmt oft auf der Spree und dem Landwehrkanal sowie auf anderen Gewässern Berlins und Brandenburgs.

Volldampf Das letzte der historischen Schiffe, welches Passagiere zu dem Konzert „Jazz auf dem Betonschiff” bringen wird, ist der im Jahre 1896 in Stettin gebaute Motorschlepper „Volldampf”. Er kann 25 Passagier aufnehmen.

Die historischen Schiffe legen am Nabrzeże Celne an (gegenüber dem Bulwar Piastowski). Die Decks sind ab 20:00 Uhr zugänglich, die Abfahrt zum Betonschiff findet genau eine Stunde später statt.

Das Konzert „Jazz auf dem Betonschiff” beginnt um 23:00 Uhr. Die Rückkehr der Passagierschiffe ist um 2:00 Uhr morgens geplant. Die Kosten für den Transport betragen 40 Zloty (10 Euro) für alle Schiffe. Die Tickets für den Transport kann man im Festivalbüro „Boogie Brain” in der Fussgängerzone Bogusława 48 in Stettin erwerben, in Deutschland werden die Tickets in lokalen Informationspunkten im Raum der Euroregion Pomerania erhältlich sein. Zusätzliche Informationen kann man, eine e-mail mit der Frage an betonowiec@boogiebrainfestival.pl schickend, erhalten.  

Das Projekt „Jazz auf dem Betonschiff” wird unterstützt durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Partner des Konzerts „Jazz auf dem Betonschiff”:
- Stettin – Floating Garden 2050
- Stettin – Europäische Kulturhauptstadt 2016
- Odertage 2009
- Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
- UW Service
- Pommerschgrenzschutz
- ZERUM - Zentrum für Erlebnispädagogik und Umweltbildung
- Portal Sedina.pl

Download "Jazz auf dem Betonschiff" Presskit (im deutsch)